Piratenschätze, Wasserspritzen und keine Chance für Langeweile
Mampa-Kinder-Reporter Paul entdeckt das Ruhrgebiet
Ausflüge sind für mich das Größte! Wenn etwas passiert und ich eine Menge erleben kann,
dann habe ich auch mal schnell mein Zimmer aufgeräumt, meine Sachen gepackt und bin
ausnahmsweise der Schnellste der Familie“. Heute geht es nach Duisburg ins Ruhrgebiet,
von da wo ich wohne, nur eine kurze Fahrt mit dem Auto. Toll soll es im Kindermuseum
Atlantis sein, aber so richtig erklären, was es dort Spannendes gibt, konnten mir Mama
oder Papa nicht. Selbst entdecken macht ja auch am meisten Spaß, denke ich so stumm vor
mich hin. Kaum angekommen finde ich ein versunkenes Schiff mit echter Schatzkiste, alles
aus Holz, düster und voller klasse Überraschungen.
Mit ein paar Kindern spielen wir
Matrosen und Steuermann, erklimmen einige Meter des zehn Meter hohen Schiffmastes und
rutschen in die erste Etage. Wer richtig mutig ist klettert bis zum Ende und steigt
dort über eine Hängeseilbrücke in den zweiten Stock. Beim nächsten Mal mach ich das auch.
Aber jetzt erst einmal zum riesengroßen Lastkahn mit echtem Kran. Mit dem Kran kann man
richtig schwere Plastiksäcke, soll Getreide drin sein, aus dem Schiff in eine Art
Schubkarre mit vier Rädern laden. Papa sagt, diese Karre wird Lore genannt. Mir egal,
ich schleppe Säcke in die Lore und zur Mühle und zurück ins Schiff. Diese Art. Schubkarre
lässt sich ganz schön schwer schieben, aber wenn es gar nicht mehr geht, helfen auch
andere Kinder. Super, das macht eine Menge Spaß. Natürlich gibt es noch viele andere
Dinge im Museum zu ergründen.
Deshalb nix wie hin zu den lustigen Holzautos. Hier gibt es richtige Ampeln, Kreuzungen und einige Verkehrsschilder, die ich aber nicht alle kenne. Es ist gar nicht so einfach mit diesen sogenannten „Holländern“ über die Strecke zu fahren. Mit den Armen muss ich das Gerät vorwärts bewegen und mit den Füßen lenken. Puuh, nach einigen Runden und vielen guten Tipps einer lieben Mitarbeiterin komme ich gut über den aufgemalten Parcours. Ein paar kleine Rempeleien mit anderen Autofahrern sind allerdings nicht zu vermeiden. Aber ich war nicht immer schuld und ein Raser bin ich auch nicht. Zum Schluss kann man auch noch einen Führerschein machen, dazu muss man 5 Fragen nach Verkehrsregeln richtig beantworten. Ich hab es eilig, der Führerschein kann warten. Zum Glück fährt Papa uns ja später nach Hause.
Zwischendurch zieht mich Mama mit einem dicken Seil über eine hölzerne
Wellenlandschaft, ich muss mir nur die Schuhe ausziehen, mich auf eine Decke setzen und
schon geht’s los. Anstrengend, aber zum Glück nicht für mich.
Weiter geht es in den zweiten Stock, ich bin gespannt, was es hier für tolle Dinge zu
erleben gibt. Zuerst gehe ich mit Mama in einen total dunklen Raum, man hört verschiedene
Geräusche, mir ist etwas unheimlich, man sieht nicht wo es lang geht. Endlich wieder
Licht, ich tobe lieber mit riesigen Bällen herum, während Mama und Papa eine Pause
machen. Auf so einer Etage können Kinder auch mal wunderbar alleine herumspringen,
verloren geht man kaum. Außerdem sind überall nette in rot gekleidete Menschen, die
in diesem Museum arbeiten und sehr hilfsbereit sind. Ich schnappe mir in einer Ecke
einen weißen Kittel und spiele mit den anderen Kindern Krankenhaus. Eine richtige Liege
gibt es hier, ein Gerät mit dem ich mein Herz hören kann oder einen Hammer, mit dem man
sich auf das Kniehauen kann, aber nur leicht, sagt Mama.
Nach so viel Rennen und Toben habe ich Lust auf ein Eis, auch der Rest der Familie ist durstig und etwas hungrig. Im Museum gibt es zum Glück ein gemütliches Restaurant mit Gerichten für Groß und Klein. Hier arbeiten Menschen mit Behinderungen, eine Zusammenarbeit mit der Duisburger Werkstatt für Behinderte. „Eine tolle Sache“, meinen meine Eltern und mir schmeckt es richtig gut.
Frisch gestärkt zeige ich meinen Eltern, wo der Paul langläuft und schleppe die beiden zur riesigen Wasserlandschaft. Echt cool, durch die Fensterscheibe sieht man den Duisburger Hafen und drinnen geht es auch recht wässrig zu. Staudämme errichten, Schleusen öffnen, zwei Bäche und zwei Seen werden von einem Wasserfall gespeist; schnell hat man hier die Zeit vergessen und auch die Eltern. Die sitzen verträumt herum oder sind auch dem Zauber des nassen Elements erlegen.
Doch alles hat ein Ende, Schade. Meine Eltern rudern schon ganz aufgeregt mit den Armen und tippen ganz unentspannt auf ihre Uhren. In der Erwachsensprache heißt das wohl: Los, Los, wir haben keine Zeit und Lust schon gar nicht mehr. Okay ich gebe mich geschlagen, ich habe fast alles gesehen und fand es wirklich richtig suuuper!
Doch Duisburg hat noch mehr zu bieten für einen ausgefüllten Tagesausflug. Zum Glück scheint die Sonne und daher machen wir noch einen Bootsausflug durch den Duisburger Hafen, so richtig auf einem Schiff mit Kapitän und Besatzung in Uniform. Hier geht alles ein bisschen ruhiger zu, als Kind darf man hier nicht so rumtoben, aber der nette Kapitän erzählt viele interessante Geschichte über den Hafen. Ich entdecke riesige Krananlagen, die Schrot von hier nach dort schaufeln oder unendlich große Schiffe, auf denen aber keine Kinder und ihre Eltern sitzen, sondern in denen irgendwelche Dinge untergebracht sind. Leider kann ich mir nicht alles merken, was so erzählt wird, aber nach einem anstrengenden Tobe-Museums-Vormittag ist das zu verstehen. Wir ruhen uns an Deck ein wenig aus und erblicken im Wirrwarr des Hafens viele tolle Sachen, spannend auch für meinen Papa und auch für die Mama.









