Die unmoralischen “Drei Schwestern” an der Ostküste Australiens

Australien Reisebericht (Auszug aus einem 4-seitigen Artikel)

... Als Ausgangspunkt eignet sich besonders gut Katoomba, der Hauptort der Blue Mountains. Das Angebot reicht von der harmlosen Wanderung über Mountain Biking, Kanufahrten bis zum anspruchsvollen Canyoning. Wir entscheiden uns zuerst für die “Three Sisters”, eine beeindruckende, kuriose Gesteinsformation. Der Legende nach die drei Schwestern Meenhi, Wimlah und Gunedoo, die von einem Zauberer in Steine verwandelt wurden, weil sie sich mit drei jungen Männern eingelassen hatten ...

... Australien belegt zwar hinter Deutschland und Belgien immer noch einen Spitzenplatz unter den Biertrinker-Nationen, aber vorbei sind die Zeiten, in denen die Australier Wein als ein minderwertiges Getränk ansahen. Während sich der fünfte Kontinent nur langsam von seiner wirtschaftlichen Rezession erholt, erreichen die Winzer zweistellige Zuwachsraten beim Export. Der Wein, den wir genießen, so erklärt uns der freundliche Kellner, kommt aus der Gegend südlich von Adelaide, aus dem mediterranen Klima der South Vales. Traubensorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot oder Pinot Noir bei den Rotweinen und Semillon, Sauvignon Blanc und Chardonnay bei den Weißweinen werden hier verarbeitet und auf den Weltmarkt gebracht ...

... Es existieren aber auch Schattenseiten auf diesem sonst so sonnigen Kontinent. Gemeint ist die Geschichte der Aborigines, wie die Ureinwohner von den Weißen genannt werden. Sie selber nennen sich Kurri, Murri oder Arilla, was der Bedeutung “Mensch” gleichkommt. Australien heißt in ihrer Sprache Murilag, das Land der Traumzeitwesen. Archäologische Funde zeigten, dass die Besiedlung durch die Aborigines mindestens 40.000 Jahre zurückliegt. Zu Beginn der Kolonisation im 18. Jahrhundert dürfte die Zahl der Ureinwohner etwa 300.00 betragen haben. Doch seit der Inbesitznahme der Osthälfte Australiens durch James Cook im Jahre 1770 und der Landung von Captain Phillip am 26.1.1788 nahm das Schicksal seinen Lauf. In den nächsten 100 bis 150 Jahren wurden über 200.000 Aborigines ermordet. 1816 erließ Gouverneur Maquarie eine Proklamation, nach der jeder Weiße ungestraft einen Eingeborenen töten durfte. Bis in die 30iger Jahre des letzten Jahrhundert war “Abo-Hunting” eine beliebte Freizeitbeschäftigung ...